Interview mit Sooli, Filmagentur

"...wir sind dankbar, für alles was das Leben bereit hält."

Sooli ist eine Filmagentur aus Stans NW. Dieses Jahr feiert sie ihr sechs-jähriges Bestehen. Mit ihren Filmen erzählen sie Geschichten: Werbe-Geschichten, Erklär-Geschichten, Kultur-Geschichten und Sooli-Geschichten. Gegründet wurde Sooli von Ueli Stöckli und Martin Borner. Seit einem Jahr unterstützt Andreas Bossard die beiden Firmeninhaber.

 

Besonders viel positive Resonanz bekam Sooli für Stans lebt.

 

Die Sooli Filmagentur
v. l. n. r. Andreas Bossard, Martin Borner & Ueli Stöckli

Sooli.ch: Wie kamt ihr zur Filmerei? Und wie wurde daraus Sooli?

 

Aus lauter Spielerei und der gemeinsamen Freude am Geschichten-Erzählen mit bewegten Bildern. Der "Record-Chnopf" am Foto-Apparat brachte alles ins Rollen und eröffnete uns eine neue Welt.

 

Die Nach-Feierabend-Produktionen (Martin arbeitete als Webentwickler in einer Internet-Firma und Ueli als Gestalter in einer Werbeagentur) begeisterten uns so sehr, dass wir das am liebsten den lieben, langen Tag machen wollten.

 

Und so sagten wir uns eines Tages: "Sooli, jetzt machen wir uns selbständig." Ohne Businessplan dafür mit doppelt so viel Begeisterung.

 

Ihr seid ein gut eingespieltes Team. Man merkt, dass ihr viel Freude und Spass an eurer Arbeit habt. Was ist euer Geheimnis?

 

Dankbarkeit, für alles was das Leben bereithält. Freude am Immer-Neues-entdecken, immer neu dazulernen. Freude an der Freude der Kunden. Freude am gemeinsamen Schaffen und Ideen-Spinnen. Am gemeinsamen Überwinden von Hindernissen beim Filmemachen. Freude am Entdecken und Ausprobieren von immer neuen Wegen. Freude am Kennenlernen und Freunde-Werden mit vielen Menschen aus ganz unterschiedlichen Himmelsrichtungen. Begeisterung für den magischen Moment, wenn alles zusammenkommt und besser wird als je vorgestellt... und ganz wichtig: Ganz viel Humor :-D

 

Sooli filmt

Angenommen ich möchte euch für einen Werbefilm engagieren. Wie muss ich mir den Ablauf vorstellen? Vom Auftrag bis zum fertigen Produkt?

 

Kern und Ausgangspunkt unserer Arbeiten ist eine Botschaft. Eine Aussage. Kurz und bündig. Wie etwa: Da will ich hin! Oder: Komme was da wolle! Oder: Einzigartig vielfältig, wie Du! Oder: Stans lebt... Diese erarbeiten wir neben einigen anderen Zutaten mit dem Kunden in einem Workshop.

 

Daraus wird dann eine Geschichte entwickelt und präsentiert. Die Geschichte ist wie das "Gefäss" für die Botschaft. Ein "Transportmittel" das mittels Dramaturgie den Betrachter mit auf die Reise nimmt mit dem Ziel "Botschaft". 

 

Dann wird die Geschichte zum Drehbuch verarbeitet, wo alle gesprochenen Texte, Szenen und Einstellungen ausdefiniert werden. In der Vorproduktion werden alle Zutaten wie Darsteller, Drehorte, Requisiten, Crew, Equipment, Drehtermine und so weiter organisiert, damit am Drehtag alles möglichst reibungslos ablaufen kann.

 

Danach beginnt die Nachproduktion mit Schnitt, Animation, Ton, Farb-Bearbeitung. Und tadaaaa, schon ist er fertig, der Film. Das Ganze kann je nach Projekt drei bis zwölf Monate dauern. 

 

Sooli bei Dreharbeiten

Was war bisher eure grösste berufliche Herausforderung? Wie habt ihr sie gemeistert?

 

Die grösste Herausforderung ist ganz generell die eigenen fixen Ideen und Bilder aus dem Kopf zu kriegen. Wir neigen ja dazu alles perfekt durchzuplanen - und wenn dann halt etwas nicht so kommt - dann braucht's die Flexibilität des Loslassens.

 

Und solche Momente finden praktisch täglich statt :-). Sei es das Wetter, das wir (zum Glück) nicht selber machen können. Oder irgend sonst ein Umstand, den man nicht vorhersehen konnte. 

 

Beispiel: 

Wir wollten für den Winkelriedfilm den Helden in Altdorf in den Brunnen beim Telldenkmal springen lassen. (Er taucht im Film danach im Vierwaldstättersee wieder auf).

 

Drehtag auf Freitag angesagt. Wetter war gut. Stimmung war gut. Nur haben wir nicht gewusst, dass am Freitag jeweils die Brunnen ausgelassen und gereinigt werden... Die Lösung war dann, dass wir die Kamera-Einstellung so gewählt haben, dass man nicht sehen kann, ob Wasser drin ist oder nicht. Und wir am selben Tag im Swimmingpool des Nachbarn das Eintauchen aufgenommen haben.

 

Das Schöne daran war, dass der Winkelried so noch trocken von Altdorf wieder zurück fahren konnte. Wir haben nämlich erst nach den anschliessenden Aufnahmen am See gemerkt, dass das Kostüm im Wasser eingeht und er am Schluss kaum mehr raus, geschweige denn wieder ins Kostüm rein kam. 

 

Welches Filmprojekt möchtet ihr gerne mal realisieren?

 

Ein eigener Kurzfilm wäre sicher sehr spannend.

 

In eurer "Buitig" in Stans steht ein Tischtennis-Tisch. Liefert ihr euch da Matches? Wer gewinnt?

 

Es ergeben sich je nach Bedürfnis mehrere Matches pro Tag. Auf 21 und zwei Gewinnsätze. Nach eigenen Sooli-Regeln: Wird ein ins Aus geschlagener Ball mit der Hand abgefangen, gibt das zwei Punkte. 

 

Der Aufschlagende kann die Hosensäcke mit Bällen füllen und muss mit dem Aufschlag nicht warten, bis der Gegner bereit ist. Indirekte Bälle über Fenster und Decke geben dem Spiel die nötige Würze. Gewinnen tut meistens der Bessere.

 

Was bringt euch das Filmemachen persönlich?

 

Eine tägliche Beschäftigung mit dem, was wir einfach so richtig gerne machen.

 

Was mögt ihr besonders an eurer Arbeit?

 

Die Begegnung mit ganz vielen unterschiedlichsten Geschichten, Menschen und Firmen. Der spannende immer neue Weg von der unfassbaren Idee zum erlebbaren Film. 

 

Sooli Firmeninhaber Martin Borner & Ueli Stöckle

An eurem ersten Wirkungsort gab es eine Schranktür mit Wunschzetteln. Was sind eure Wünsche für Sooli für die nächsten fünf Jahre?

 

Bei unserer Gründung haben wir ein Fünf-Jahres-Ziel formuliert: "Wir möchten in fünf Jahren noch jeden Tag mit derselben Begeisterung arbeiten, wie am ersten Tag." Und das wünschen wir uns auch für die nächsten fünf Jahre.  

InHerzlichen Dank für dieses spannende und vielseitige Interview!

 

Für das Interview: Manuela Ming

 

 

Mehr von Sooli:

 

Alle Bilder wurden uns freundlicherweise von Sooli, Filmagentur für dieses Interview zur Verfügung gestellt. Sie unterstehen dem gültigen Urheberrecht!

 

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