"Impro wurde bei mir zu einer Lebenshaltung." Interview mit Adrian Moor, Impronauten Basel

Adrian Moor (41) spielt seit 2003 Improvisationstheater (Impro). Er ist Ensemble-Mitglied bei den Impronauten, Basel. 

 

Seit wann spielst Du schon Impro?

 

Als Kind improvisierte ich wohl schon im Bauch der Mutter, dann hab ich es leider etwas verloren. Seit 2003 spiele ich Improvisationstheater in einer Gruppe aus Basel.

 

Wie kamst Du zum Improspielen?

 

Eine Freundin schleppte mich an eine Theatersport-Show in Basel (Rampenfieber aus Freiburg D). Sie meinte, das könnte mir gefallen. Ab dem Abend war ich von Impro-Fieber befallen und wollte es selber ausprobieren. Ich nahm an einem Workshop teil, daraus entstand eine Gruppe und wir gründeten die Impronauten.

 

Wie erklärst Du Impro in zwei bis drei Sätzen?

 

Input gibt das Publikum, dies lehnt sich zurück und schaut gespannt zu, was die Schauspieler auf der Bühne entstehen lassen. Impro ist Spielfreude, die ansteckend ist.

 

Wieso soll ich als Zuschauerin Improvisationstheater schauen gehen?

 

Improtheater macht Spass, regt an und entspannt.

 

Was bringt Dir Impro persönlich?

 

Impro ermöglicht Theaterspiel auf angstfreiem Boden. Das hat mir sehr geholfen. Nachdem ich lange Schultheater gemacht hatte, musste ich oft gegen Ängste ankämpfen: "Spiel ich die Rolle authentisch genug? Ist die Regie zufrieden? Was mache ich, wenn...." Improvisation macht Spass, weckt Spielfreude und regt an. Ich bin nicht allein auf der Bühne. Es gibt meine Spielpartner, den Musiker und das Publikum. Impro wurde bei mir zu einer Lebenshaltung, folgende drei "Regeln" helfen mir dabei:

  • Sag Ja (nimm das Angebot deines Spielpartners an)
  • Sei im Moment (präsent, voll da, denke nicht im Voraus)
  • Mach dein (Spiel-) Partner glücklich (was braucht es, das seine Rolle gut da steht, dass sie glänzen kann, dass sie bestätigt wird).

Dein lustigstes Impro Erlebnis, dass Dir zu "Pleiten, Pech und Pannen" einfällt?

 

Wir hatten einen Auftritt vor 500 Lehrpersonen. Abschluss des Jahres, Erfrischung zur Weiterbildung und Einweihung des neuen Schulgebäudes. Im Vorfeld wurde abgeklärt, dass eine moderne Lichtanlage vorhanden sei. Die Anlage war da, aber das Bedienungspult noch nicht. So musste kurz improvisiert werden und wir benutzten einen Hellraumprojektor als Scheinwerfer. Passte zum Thema Lehrpersonen/Improvisation. Am Ende wurde noch ein Dankeslied (vom Publikum gewünscht) zum Thema Hellraumprojektor gesungen.

 

Welche Interview-Frage möchtest Du Dir selber stellen und beantworten?

 

F: Was braucht es für eine Improshow?

 

A: Für ein Improtheater braucht es denn richtigen Rahmen, damit der Funke zwischen Publikum und Schauspiel entstehen kann. Wenn der Rahmen nicht gut gesteckt ist, kann es vorkommen, dass die Schauspieler die Gunst des Publikums gewinnen möchten und versuchen originelle Szenen zu spielen. Es kann aber auch sein, dass das Publikum keine Inputs gibt. Dazu ist - bei uns Impronauten - ein Moderator zur Stelle, die den Gästen kurz Impro erklärt und sie aufwärmt.

 

Lustig sind Auftritte bei Schulen, wo den Kindern im Vorfeld gesagt worden ist, dass im Theater Ruhe herrscht und erst am Ende geklatscht wird. Aber Kinder sind da schnell aufgewärmt und lernen das Hineinrufen ohne auszustrecken sehr schnell.

 

Wenn das Publikum warm, die Bühne schön beleuchtet und die Schauspieler präsent sind, dann können Wunder entstehen! 5 4 3 2 1... los!

  

Patrick Frey, Roseway, Kloten, möchte von Dir wissen: "Wenn Du in der Zeit reisen könntest. Wohin, zu welchem Datum und wieso würdest Du dorthin reisen?"

 

Ich würde gerne in die Steinzeit reisen. Diese Erfahrung hilft mir sicher weiter, wenn wir auf der Bühne eine Szene aus der Steinzeit spielen dürfen. 

 

Dein nächster Auftritt?

 

Dienstag, 17. Oktober 2017, Basel, Tabourettli, Wir gegen uns.

 

Welche Frage(n) soll ich dem nächsten Interviewgast in Deinem Namen stellen?

 

[...interessante Frage...] Diese Frage erscheint im nächsten Interview in einem Monat.

 

Vielen Dank für dieses tolle Interview Adrian!

 

Für das Interview: Manuela Ming

 

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